Was ist Osteopathie?

Gegründet wurde die Osteopathie vom amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still im Jahr 1876. Still verstand sein Konzept als Normalisierung aller Gewebe, die durch eine Krafteinwirkung von außen oder innen zu einer „Diskrepanz in den Knochen“ führen.

Das Wort „Osteopathie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich Knochenleiden (osteon = Knochen; pathos = Leiden) und wird daher immer wieder missverständlich als Knochenkrankheit gedeutet und übersetzt.

Den Namen Osteopathie wählte Still für sein Therapiekonzept, weil er damit begann, das knöcherne Skelett zu normalisieren. Später entdecke er, dass auch bewegungsmäßig eingeschränkte Faszien (bindegewebige Hüllschicht), Organe, Muskeln oder Bänder zu Dysfunktionen führen können.

Zwar wird der ganzheitliche funktional-dynamische Ansatz dieses Behandlungskonzepts mit dem Wort Osteopathie leider nur ungenügend beschrieben, aber durch das breite Behandlungsspektrum des Osteopathen ist es schwierig, eine passendere Bezeichnung zu finden.

Mit Osteopathie versucht man, die Spannung aller Gewebe zu normalisieren, die einen mechanischen oder neurovegetativen Einfluss auf unser skelettales System haben. Die Osteopathie ist ein eigenständiges medizinisches Behandlungskonzept, das sich der Hände sowohl zur Untersuchung als auch zur Behandlung bedient, soweit dies in der Physiotherapie erlaubt ist. Der Mensch wird als Ganzes erfasst und respektiert. Ziel der Behandlung ist es, die Homöostase (Gleichgewicht) wieder herzustellen, um so dem Körper die bestmöglichen Voraussetzungen zur Selbstheilung zu ermöglichen.

Zur Behandlung dieser Systeme steht dem Osteopathen eine Vielzahl verschiedenster Techniken zur Verfügung, die er unter Berücksichtigung des Befundes individuell am Patienten einsetzt.

Ziel einer osteopathischen Behandlung ist es, ursächliche „Krankheitsfaktoren zu reduzieren oder aufzulösen, die freie Beweglichkeit von Gelenken und Faszien (Bindegewebe) zu fördern, viszerale Störungen zu beheben, sowie die Körperstatik zu verbessern.

Das Bewegungssystem (Muskeln, Gelenke, Faszien) spielt hierbei zwar eine zentrale Rolle, es ist aber genauso wichtig die Ernährung, sowie psychische und soziale Lebensfaktoren mit einzubeziehen. Eine Zusammenarbeit mit Ärzten, Ernährungsberatern und Personaltrainern ist daher in der Osteopathie sehr wichtig.

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